Forderungen des 6. SchülerInnenforums
Es wird viel diskutiert über Schulreformen und einiges an den Schulen verändert. Am 3.12.2003 erarbeiteten wir, Schülerinnen und Schüler aus ganz Hamburg, im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung unsere eigenen Schwerpunkte, in denen unserer Meinung nach dringenster Handlungsbedarf besteht.
Entgegen den Erwartungen und verbreiteten Vorurteilen stellten diesmal die Haupt- und Realschulen einen großen Teil der anwesenden Engagierten.
Viele der diesmaligen Forderungen beziehen sich auf das Klima in den Schulen. Wir wünschen uns ein angenehmes gewaltfreies Schulklima. Nur auf dieser Grundlage kann positives Engagement von Schülerinnen und Schülern und allen anderen an Schule Beteiligten erwartet werden und vor allem kann nur auf dieser Grundlage eine konstruktive Zusammenarbeit in Schule erreicht werden. Das vorhandene - an vielen Schulen als negativ empfundene - Schulklima sorgt für starke Reibungsverluste in schulischer Arbeit, da die verschiedenen Beteiligten häufig mehr gegeneinander als miteinander arbeiten. Des Weiteren müssen hier die vielen Formen der Gewalt erwähnt werden, welche an Schulen zu finden sind. Jedes Problem dieser Art verhindert das Vorankommen im Unterricht, da es ein destruktives Klima hervorruft, und ein jeder Konflikt kostet notwendigerweise Unterrichtszeit. Deshalb sehen wir alle Forderungen in diesem Bereich in direkter Verbindung mit den Lernergebnissen, die Schule erreicht.
Eine sinnvolle Arbeit in Schule wird vor allem dann erreicht, wenn alle Beteiligten gemeinsam am gleichen Strang ziehen. Dies gilt sowohl für die Gremienarbeit als auch für den Unterricht, denn ein Unterricht der sowohl von Schülerinnen und Schülern als auch der Lehrkraft unterstützt wird, wird erfolgreicher sein, als derjenige der von der Lehrkraft ohne die Unterstützung der Schülerschaft erteilt wird. Aus diesen Gründen finden sich unter den Forderungen sowohl solche, die mehr Motivation zur konstruktiven Arbeit an Schulentwicklung schaffen sollen, als auch solche, die vorhandenem oder entstandenem Engagement Bezugspunkte in Schule und Unterricht geben sollen.
Das Lehrerinnen- und Lehrerarbeitszeitmodell und dessen Auswirkungen wirken den genannten Ansätzen entgegen. Dieses Modell bewirkt eine Reduzierung des Engagements der Lehrerinnen und Lehrer, Schule konstruktiv weiterentwickeln zu wollen. So haben wir uns Gedanken gemacht, wie man trotz dieser Einschränkung Schule verbessern kann und auf die Auswirkungen des Lehrerinnen- und Lehrerarbeitszeitmodell reagieren sollte/könnte.
Aufgrund der offeneren Fragestellung des 6. SchülerInnenforums im Vergleich zu den bisherigen, sind die Forderungen diesmal in die drei Themengebiete „Verbesserung des Schulklimas“, „Mitverantwortung“ und „Umgang mit den Auswirkungen des Lehrerinnen- und Lehrerarbeitszeitmodell“ aufgeteilt.
1. Themenbereich: „Verbesserung des Schulklimas“
1. a) Die Räumlichkeiten
Zur Atmosphäre der Schule tragen neben dem Verhalten der beteiligten Personen auch in nicht unerheblichen Maßen die Räumlichkeiten der Schule bei. Kalte, sterile Räume bereiten ein anderes Klima als andere.
Forderung:
Den Schulen sollten daher Mittel zur Verfügung gestellt werden, ihre Gebäude und Räume so zu gestalten, dass sie dem gewünschten Schulklima zuträglich sind.
1. b) Gewaltprävention
Gewalt meint für uns jegliches Handeln, das andere Personen einschränkt. Also nicht nur körperliche Gewalt. Um die Eskalation in körperliche Gewalt zu verhindern müssen verschiedene präventive Maßnahmen getan werden. Genauso müssen jedoch auch Maßnahmen erarbeitet und eingeführt, mit denen auf Eskalationen zu reagieren ist.
Forderungen:
Bevor es zu Eskalationen zwischen Schülerinnen und Schüler kommt, sollte präventiv eine Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler stattfinden. An den jeweiligen Schulen sollen diesbezüglich Unterrichtsstunden zur Verfügung gestellt werden.
Die Schülerinnen und Schüler gerade in einer bestimmten Entwicklungsphase benötigen teilweise Richtlinien. Diese Richtlinien sollten von den Schülerinnen und Schülern selbst ausgearbeitet und bestimmt werden, da diese am besten wissen welche Probleme wie entstehen und gelöst werden können und allein die dafür notwendige Befassung mit dem Thema Gewalt oft einen großen Schritt voran bedeutet.
Ferner sollten die Lehrer nicht nur an Strafen denken, wenn jemand etwas angestellt hat, sondern mehr auf die Schülerinnen und Schüler eingehen. Gespräche führen, sich Zeit nehmen „Ein offenes Ohr haben“! Erreicht werden soll eine dauerhafte Verbesserung des Klimas in Schulen. Durch eine Strafe wird ein Problem jedoch nur kurzzeitig und oberflächlich verdrängt, jedoch nicht zu einer Verbesserung des Klimas und der längerfristigen Situation beigetragen.
An allen Schulen gibt es Gewalt in jeglicher Form zwischen Schülerinnen und Schülern, die vermeidbar wäre, wenn man die Schülerinnen und Schüler motivieren würde, die Gewalt an ihren Schulen nicht zu dulden. Dies ist erreichbar, indem man mehr Schülerinnen und Schüler zu Streitschlichtern ausbildet.
Darum fordern wir, dass Streitschlichterausbildungen an allen Schulen angeboten und ausgeführt werden. Die Schülerinnen und Schüler bekommen hierdurch eine stärkere Mitverantwortung und werden in die Problemlösung eingebunden. Außerdem gilt zu bedenken, dass Schülerinnen und Schüler meist bessere Eindrücke der Probleme zwischen ihnen haben als Außenstehende. Vor allem aber sprechen Streitschlichterinnen und Streitschlichter die gleiche Sprache wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler und haben meist eine gangbarere Beziehung zu diesen, als Außenstehende.
2. Themenbereich „Mitverantwortung“
Um Mitverantwortung von Schülerinnen und Schüler möglich zu machen sind hier vier Punkte herausgearbeitet, die sicherlich wechselseitige Auswirkungen aufeinander haben und alle zur effektiveren und besseren Mitverantwortung von Schülerinnen und Schülern beitragen.
a) Motivation von Schülerinnen und Schülern
Schülerinnen und Schüler müssen motiviert werden an Schule mitzuarbeiten. Verschiedenste Aspekte können hier zur Motivation beitragen. So ist denkbar, dass eine gute Klassen-/Schulgemeinschaft die Motivation sich für die Klasse bzw. Schule einzusetzen steigert. Leider wird schulisches Engagement oft von verschiedensten Seiten nicht ausreichend gewürdigt. So sind der Lehrer, der sich in seinem Arbeitsbereich angegriffen fühlt, das Elternteil, das erklärt, dass der Unterricht aber vorginge, und auch die Mitschülerin oder der Mitschüler, der einem für blöd erklärt sich für die Schule einzusetzen, den meisten engagierten Schülerinnen und Schüler bekannt. Dies schafft Barrieren für die Motivation.
Hinweis auf die geringe Anerkennung schulischen Engagements ist für uns unter anderem, dass der vorgeschriebene Zeugnisvermerk für SchülerInnenvertreterinnen und –vertreter nicht überall umgesetzt zu werden scheint.
Forderungen:
Den Zeugnisvermerk müssen alle SchülerInnenvertreterinnen und –vertreter bekommen. Auch sollte dieser dahingehend erweitert werden, dass jede Funktion der Schülerinnen und Schüler vermerkt wird.
Des Weiteren verweisen wir hier erneut darauf, dass effektive und positive Schulentwicklung nur geschehen kann, wenn die bestehenden Fronten zwischen den beteiligten Gruppen aufgehoben sind und man beginnt gemeinsam Schule zu entwickeln.
b) Unterrichtsentwicklung
Der Unterricht ist vielfältig gestaltbar, die Schülerinnen und Schüler haben ein immenses Potential was neuen Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten Türen öffnen kann. Die Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern in die Unterrichtsgestaltung ist der erste Schritt zur Mitverantwortung auf der untersten Ebene von Schule und unabhängig jeglicher Gremien- und Vertretungsstrukturen. Im Unterricht selbst kann die Basis für eine gemeinsame Schulentwicklungskultur gelegt werden. Durch eine positiv bewertete Mitverantwortung hier, wird auch Motivation geschaffen für Engagement in anderen Bereichen.
Forderungen:
Um den Unterricht möglichst effektiv für Lehrer und Schüler zu machen ist ein regelmäßiges und verpflichtendes Feedback für Schüler und Lehrer nötig.
Die Rückmeldung der Schüler für die Lehrer über den Unterricht kann den Unterricht verbessern und somit besser für die Schüler machen. Das Feedback sollte regelmäßig durchgeführt werden und muss vor allem verpflichtend für alle sein! Nur so kann ein wirklich guter Unterricht entstehen.
Das Feedback von den Lehrern für die Schüler sollte genauso regelmäßig durchgeführt werden, da die Mitarbeit im Unterricht einen erheblichen Anteil an der Gesamtzensur hat, ist es wichtig, dass die Schüler regelmäßig eine Rückmeldung über ihren Leistungsstand bekommen.
c) Unterrichtsgestaltung
Viele Schülerinnen und Schüler empfinden ihren Unterricht als zu uninteressant und
nicht auf ihre Bedürfnisse angepasst. Dies wirkt leider nur allzu oft dem Engagement der Schülerinnen und Schüler entgegen. Wer will sich schon für eine Schule einsetzen, die ihm nicht gefällt, die sich nicht auf ihn bezieht?
Um dies zu verändern stellten wir diverse Forderungen auf die konkret den Unterricht verbessern und somit schülergerechter gestalten. Zu beachten gilt, dass die Punkte unter „Unterrichtsentwicklung“ zu einer dauerhaften Anpassung der Lehrmethoden und Lerninhalte an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler führen.
Forderungen:
Die Schulen sollten sich mehr an Wettbewerben wie z.B. „Theater mach Schule“ beteiligen
Die Beteiligung an Wettbewerben motiviert Schüler und ein gemeinsam erbrachter Erfolg trägt dazu bei, dass die Gemeinschaft der Schüler besser wird.
Die Schule sollte Schülern mehr Möglichkeiten bieten an außerschulische Veranstaltungen wie z.B. Theaterbesuche teilzunehmen. Außerschulische Veranstaltungen wie z.B. Theaterbesuche und Museumsbesuche sollten von der Schule regelmäßig angeboten werden, insbesondere wenn es das Erlernen des Unterrichtsstoffes unterstützt. Die Schule sollte als Bildungsträger dieses ermöglichen, da nicht alle Schüler privat die Möglichkeit haben, solche Besuche zu tätigen oder von niemanden privat daran herangeführt werden würden.
Insbesondere im Geschichts- /Politik- / Gemeinschaftskundeunterrichts wäre es sinnvoll Zeitzeugen zum Unterricht einladen, damit diese den Schüler ihrer Erlebnisse schildern können und der Unterrichtsstoff somit interessanter für die Schüler wird.
Referenten könnten zum Unterricht eingeladen werden um z.B. über das Thema Drogen zu reden und denn Schüler Informationen zu vermitteln, die ein Lehrer nicht vermitteln kann wie z.B. Erfahrungsberichte usw.
Durch Versuche in den Naturwissenschaften kann das Wissen besser an die Schüler vermittelt werden, deshalb sollte die öfters durchgeführt werden. Auch in Musik, Kunst und Darstellendes Spielen ist wichtig, dass die Schüler auch an die Praxis herangeführt werden, damit sie einen besseren Einblick bekommen und eventuell Interesse bekommen sich weiter damit zu beschäftigen.
Medien wie Internet und Zeitungen müssen mit einbezogen, da so der Unterricht zeitgemäßer ist.
Schüler sollten die Möglichkeit haben, die Themen, soweit es der Lernplan zulässt, selbst auszuwählen, da so das Interesse der Schüler berücksichtigt werden kann.
d) Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern in die Unterrichtsgestaltung
Reiner Frontalunterricht verschafft zwar der Lehrkraft das gute Gefühl den gesamten Unterrichtsstoff erwähnt zu haben, leider meint dies jedoch noch nicht, dass davon auch viel „hängen geblieben“ ist. Durch die Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern als aktive Teile des Unterrichtes sorgt man neben allen Mitverantwortungselementen auch dafür, dass bei den Schülerinnen und Schülern eine stärkere Befassung mit dem Thema passiert und mehr davon „hängen bleibt“. Auch kann man durch die Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern in den Unterricht, das schon vorhandene Wissen der Schülerinnen und Schüler nutzen, so dass sich nicht erst die Lehrkraft in diese Themen einarbeiten muss.
Forderungen:
Ältere Schüler sollten in unteren Jahrgängen eine Stunde unterrichten. Sie entlasten damit die Lehrer und lernen sich selbstständig Material zu besorgen und sich selbständig Wissen aneignen, außerdem sollte jeder Schüler 1 Stunde min. in seiner Klasse unterrichten. Aus den gleichen Gründen sollte es mehr Gruppenarbeit und Referate geben.
Hobbys der Schüler wie das Spielen eines Instrumentes sollten ebenfalls mit in den Unterricht mit einbezogen werden, um Raum dafür zu schaffen, muss es mehr Projektwochen geben.
Um den Kulturenaustausch zu fördern, sollte es Veranstaltungen wie Sprachtage oder Kulturtage, an denen die Schüler die Möglichkeit haben ihre Kultur mit Essen oder Referaten vorzustellen, geben.
Außerdem sollte es mehr themenbezoge Rollenspiele im Unterricht geben, da so der Unterrichtsstoff besser vermittelt werden kann und die Schüler sich in ihre Rolle einfinden müssen (insbesondere zu empfehlen in Geschichte).
3. Themenbereich: Wie können wir mit dem Lehrerarbeitszeitmodell leben?
Infolge des Lehrerarbeitszeitmodells kommt es zu einer stärkeren Belastung der Lehrer, was sich sowohl auf den Unterricht als auch auf den außerschulischen Bereich in vielen Fällen negativ ausgewirkt hat.
Zum einen sind Aktivitäten und Veranstaltungen wie zum Beispiel Klassenreisen, Ausflüge, Spotfeste und Konzerte an vielen Schulen ersatzlos gestrichen.
Zum anderen hat sich auch der Unterricht in vielen Fächern geändert. Viele Lehrer sind infolge der Mehrbelastung schlechter auf den Unterricht vorbereitet, nehmen sich weniger Zeit für einzelne Schülerinnen und Schüler und verzichten auf Projekte.
Wir wollen, dass dieser Entwicklung entgegen gewirkt wird.
a) Einführung eines „Runden Tisches“ an den Hamburger Schulen
Das Schulklima und die Kommunikation zwischen Lehren, Eltern und SchülerInnen haben sich vielerorts verschlechtert. Zudem haben viele Lehrer auch eine Art Blockadehaltung als Reaktion auf die Mehrbelastung eingenommen.
Dies wirkt sich negativ auf das ganze Schulleben aus.
Forderung:
An den Hamburger Schulen soll ein „Runder Tisch“ eingerichtet werden, an dem sowohl Lehrer, Eltern als auch Schülerinnen und Schüler partizipieren.
An diesem Runden Tisch soll sowohl über die Blockadehaltung der Lehrer gesprochen werden, als auch mit ihnen eine übereinstimmende Lösung für dieses Problem gefunden werden.
Des Weiteren sollen Kompromisse über die Unterstützung der Abiturvorbereitung durch die Lehrer und die Streichung außerschulischer Aktivitäten gefunden werden.
b) Förderung der Eigeninitiative der Schüler im außerschulischen Bereich
An den meisten Schulen wurden, als Folge des Lehrerarbeitszeitmodells, von Lehrern und Schulleitungen neben Ausflügen und Klassenreisen auch außerschulische Veranstaltungen wie Sportfeste und Konzerte gestrichen. Auch hat sich das Angebot eines Nachmittagsprogramms in Form von Arbeitsgemeinschaften und Hausaufgabenhilfen verschlechtert. Dadurch kommt es zu einer Beeinträchtigung des Schullebens, welche sich negativ auf die Stimmung der SchülerInnnen und deren Motivation auswirkt, da neben dem Lernen auch diese anderen Bereiche einen wichtigen Bestandteil des Schulalltags darstellen.
Vorschlag:
Die Eigeninitiative der SchülerInnen im außerschulischen Bereich soll derart gefördert werden, dass diese zum Teil die Organisation von Konzerten und Sportfesten übernehmen, als auch die Lehrer durch die Organisation von Ausflügen und Klassenreisen entlasten.
Ebenfalls soll es Schülern erlaubt werden Arbeitsgemeinschaften zu gründen und auch zu leiten. Dabei sollen sie von seitens der Schule aus unterstützt werden.
c) Andere Unterrichtsformen
Da die meisten Lehrer nun weniger Zeit für die Unterrichtsvorbereitung haben sind sie nicht nur oftmals schlechter vorbereitet als früher, sondern die beschränken sich bei der Gestaltung des Unterrichts lediglich auf die Form des Frontalunterrichts, die jedoch in vielen Themenbereichen das Lernen der SchülerInnen nicht erleichtert.
Forderung:
Der Unterricht soll nicht nur frontal, sondern auch auf andere Weise gestaltet werden.
Zudem sollen die SchülerInnen stärker in das Unterrichtsgeschehen sowie dessen Gestaltung mit einbezogen werden.
Sowohl Plan- als auch Rollenspiele (z.B. die Nachstellung einer Diskussion mit verschiedenen Gruppierungen)sind eine mögliche Ergänzung des Unterrichtsgeschehens, die nicht nur das Lernen und das Engagement der SchülerInnen fördern, sondern auch die Lehrer auf Grund der geringeren Vorbereitungszeit des Unterrichts, da dieser während der Stunde mit den SchülerInnen entwickelt wird, entlasten.
d) Förderung der Eigeninitiative der SchülerInnen im Unterricht
Der Unterricht hat sich wie unter c) beschrieben verändert.
Forderung:
Die SchülerInnen übernehmen in Form von Referaten und Projekte Teile des Unterrichts.
Auch soll das Modell „Schüler unterrichten Schüler“, bei dem der Unterricht zu einem bestimmten Thema von Schülern, die sich zuvor unter Hilfestellung des Lehrers im Rahmen des Unterrichts vorbereitet haben, in den höheren Klassen erprobt werden.
Mit der Einführung von Projekttagen, an denen ältere Schüler - zum Teil im Unterricht vorbereitete - Themen und Projekte für jüngere Schüler leiten, werden nicht nur die Lehrkräfte entlastet, sondern dadurch wird auch die Schulgemeinschaft gestärkt und das selbstständige Organisieren der Schüler gefördert.
Jedoch soll den Schülern nicht unangeleitet der Unterricht überlassen werden, da dieses oftmals nicht im Sinne des Lernzieles wäre und im Chaos enden könnte. Vielmehr ist das im Folgenden erläuterte Programm, in dem die Schüler an selbstständiges Arbeiten, Lernen und Handeln herangeführt werden, von Nöten.
1. Die Basis wird schon ab der fünften Klasse durch spezielle Seminare gelegt. Auf diesen Seminaren erhalten die Schüler eine Einführung in die Vorbereitung eines Referates, wie zum Beispiel der Materialbeschaffung, und auch den späteren Vortrag. Dieses neu gewonnene Wissen wird durch praktische Übungen im Rahmen des Seminars gefestigt.
- Die Schüler verlieren die Angst vor Referaten, da sie diese üben können und auch nicht unter Zensurendruck stehen.
2. Die Schüler, die auf einem Seminar ausgebildet wurden vermitteln ihren Mitschülern in Form von Kurzreferaten neue Themen, die im Zusammenhang mit dem Unterricht stehen.
3. Mit der Zeit werden die Themen der Referate komplexer.
4. Auch werden die Referate nicht zu Hause, sondern zum größten Teil im Rahmen des Unterrichts unter Hilfestellung des Lehrers vorbereitet und behandeln die Themen, die im Zusammenhang mit dem Unterricht stehen, abschließend
Die Vorbereitung und auch der spätere Vortrag des Referates erfolgen in kleineren Gruppen.
- Schwächere Schüler können so von den stärkeren profitieren.
- Die Arbeit wird nicht von einer Einzelperson gemacht, sondern alle Mitglieder einer Gruppe sind beteiligt.
- Die Schüler lernen zu diskutieren, abzuwägen und Kompromisse zu schließen; der Gemeinschaftssinn wird ebenfalls gestärkt.
5. Bei der Vorstellung besprechen die Schüler ihr Thema mit ihren Mitschülern und vermitteln diesen auch neue Themenkomplexe.
- Dadurch wird der Lehrer entlastet.
Diese Ergänzung des Unterrichts hat sowohl für die Lehrer als auch SchülerInnen positive Auswirkungen.
Auf der einen Seite kommt es dadurch, dass ein Teil des Unterrichts von den Schülern übernommen wird, zu einer Arbeitsentlastung der Lehrer, da jene diese Stunden nicht vorbereiten müssen.
Die Schüler, auf der anderen Seite, lernen selbstständig zu arbeiten und ihre autodidaktischen Fähigkeiten werden gefördert.
Ebenfalls werden durch diese Unterrichtsart wichtige Fähigkeiten der Schüler wie gemeinschaftliches Handeln und freies Sprechen gestärkt.
Speziell die Forderungen b) und d), setzen voraus, dass die Schüler dazu bereit sind, die Initiative zu ergreifen und sich zu engagieren. Sie sollen nicht dazu verpflichtet werden.
Ebenfalls darf durch die Einführung/Umsetzung der Forderungen nicht sämtliche Arbeit den SchülerInnen zugeschoben werden. Die Lehrer tragen auch weiterhin die Verantwortung.
Auch ist die unter d) beschriebene Art des Unterrichts ausschließlich als Ergänzung des bisherigen Unterrichts anzusehen und soll diesen nicht Ersetzen.
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