SchülerInnenkammer beschließt Stellungnahme zur geplanten Reform der beruflichen Schulen in Hamburg
Deutliche Kritik am vorliegenden Modell
Grundsätzlich befürwortet die SchülerInnenkammer Hamburg (skh) die Einbeziehung von WirtschaftsvertreterInnen in schulische Entscheidungen, aber nur aus dem Grund, dass sie am besten die Schulqualität im Hinblick auf die nötige Qualifikation im Berufsleben evaluieren können.
Benjamin Mosebach (18), der an der Stellungnahme federführend mitgearbeitet hat, kann die geplante Reform, nach der die Berufsschulen in eine Stiftung überführt werden sollen, nicht aktzeptieren: „Ich kann nicht nachvollziehen, wieso Wirtschaftsvertretern fünfzig Prozent der Stimmen in einem schulischen Gremium zugebilligt werden.“
Nach Ansicht des Vorstandes der skh muss Schule in der Hand des Staates bleiben, schon allein um die im Schulgesetz gesteckten Bildungsziele zu erreichen, von denen viele die Wirtschaft nur indirekt treffen. Die derzeitige Reform wird als keine wirkliche Reform angesehen, sondern hauptsächlich als Veränderung in der Entscheidungsmacht.
„Eine grundlegende Reform der beruflichen Schulen muss geschehen, allerdings unter Einbeziehung aller an Schule beteiligten Gruppen.“, so Felix Lorenzen (19), Vorsitzender der skh. „An dem derzeitigen Konzept haben die Betroffenen nicht mitgearbeitet – und das zeigt sich jetzt in heftiger Kritik.“
Die SchülerInnenkammer fordert das der Dialog, besonders mit den demokratisch legitimierten Vertretern, wie zum Beispiel dem „KreisschülerInnenrat Berufsschulen“, in Zukunft intensiv geführt wird. Auch die Workshopphase an den Berufsschulen wird kritisiert, da Schülervertreter erst gar nicht eingeladen wurden.
Und auch die fehlende wissenschaftliche Begleitung des Projektes sieht die skh kritisch, da Unterrichts- und Ausbildungsqualität dadurch in der Regel sinnvoll gefördert werden könnten.
Besonderes Augenmerk hat die SchülerInnenkammer darauf gelegt, wie die Reaktion auf die Überführung der Berufsschulen in eine Stiftung an den Schulen aufgenommen wurde. Nach der massiven Kritik an dieser Planung fordert die SchülerInnenkammer, dass die Einwände von Berufsschulvertretern ernst genommen werden.
Die SchülerInnenkammer bietet ihre Mitarbeit für ein verändertes Konzept an, wird sich aber bei unveränderter Planung auch weiterhin mit dem Protest an den Berufsschulen solidarisieren.
Bei Rückfragen:
Felix Lorenzen, 0160 / 4 155 155
Benjamin Mosebach, 0179 / 84 69 448
Die komplette Stellungnahme gibt es hier