Solidarisierung mit StudentInnenprotesten Rede/Grußwort von Felix Lorenzen

Sprecher der SchülerInnenkammer
auf der Norddemo am 7. Februar 2004

Es gilt das gesprochene Wort
Sperrfrist: Redebeginn

„Die SchülerInnenkammer, die Vertretung für die über 220.000 Schülerinnen und Schüler in Hamburg, solidarisiert sich mit den Protesten gegen die Hochschulpolitik in Hamburg und Deutschland.

Wir begrüßen die Proteste für eine andere Bildungspolitik.

Die Zeit des Kürzens und Sparens muss genauso wie der Trend zu mehr Leistungsdruck vorbei sein.

Was euch Studentinnen und Studenten das Bachelor und Master ist, ist uns das völlig überhastete Zentralabitur

und Kürzungen an der Bildung mussten auch wir Schülerinnen und Schüler in den letzten Jahren in einer dramatischen Form erleben:

Schule wird verstärkt ein Ort, wo stupide Wissen gepaukt werden soll. Soziale Kompetenzen, Förderung von Lernschwachen, Vorbereitung auf das Leben nach der Schule wird nebensächlich – und der Druck nimmt zu.

Und das passiert, obwohl Schule und Bildung gerade jetzt die Aufgabe haben müssen zu integrieren, Barrieren abzubauen, eine kritische Jugend zu fördern.

Mit der derzeitigen Bildungspolitk werden die künftigen Probleme der Gesellschaft bestimmt nicht gelöst!

Die Entwicklung, die wir verfolgen müssen, besteht nämlich aus Nachrichten, wie sie jetzt von den Schulen berichtet werden: Gewalt, Mobbing, Diskriminierungen usw.

Anstatt anzusetzen und die Probleme zu thematisieren, sie zu problematisieren, ein Klima des Vertrauens zu schaffen, sollen die Probleme nun schlichtweg abgeschoben werden. In die Freizeit, dort wo eine Aufarbeitung – wenn überhaupt - nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden kann.

Was wir brauchen, sind unbedingt mehr Mittel, aber gleichzeitig auch eine grundlegende Reform zu einer Bildungspolitik, die beide Aufgaben wahrnimmt:
Die Vermittlung des Wissens und die soziale Komponente.
So was muss sich eine Gesellschaft doch wohl leisten können!

Wir haben die Aufgabe hier anzusetzen. Die Bewegung für Bildung wird immer größer. Natürlich gibt es noch großen Nachholbedarf, die meisten Schülerinnen und Schüler sind oft nicht sonderlich motiviert, aber gemeinsam, wenn alle Betroffenen (und nicht direkt Betroffenen) sich für eine gute Bildung stark machen, können wir etwas erreichen.

Die Bildungsbewegung wird größer!

Und das ist die Grundaussage, die ich hier als Schülervertreter machen will:
Lasst uns zusammenarbeiten!

Und das letzte – und übrigens auch dümmste – was die Verantwortlichen machen dürften, wäre die Mitbestimmung zu verringern.

Wir haben ein Recht auf gute Bildung.

Danke.“

 

 

 

 

 

 

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